h1, h2, h3, h4, blockquote {font-family: 'Times New Roman';} Kursthemen zur CMD- und Funktionstherapie im ITMR

Vier Farben in einer verschränkten Rosette symbolisieren die vier Hauptthemen unserer Kurse und die Tatsache, dass zwar jedes davon für sich genommen interessant und wichtig ist, sie sich in ihrer Gesamtheit jedoch erst perfekt zu einer in sich geschlossenen Lehre ergänzen. Die schwarze Farbe in der Mitte steht dafür, dass man die Cranio-Mandibuläre Orthopädie® in allen vier Bereichen gemeistert hat.

Einsteigen kann man jeweils mit einem Kurs, der keine Voraussetzungen hat, und solche gibt es in jeder der vier Kategorien. Online-Kurse eignen sich besonders gut für den Einstieg, da man sich hier unverbindlich in ein Thema einarbeiten kann, ohne gleich eine Reise auf sich zu nehmen und auf den nächsten Termin zu warten. Zwar sind die Kurse hier in vier Kategorien eingeteilt, aber das bedeutet keinesfalls, dass man erst eine Kategorie von Anfang bis Ende durchgearbeitet haben muss, bevor man sich mit dem nächsten befasst. So ergänzen sich z. B. die Kurse PLA und MYO hervorragend, denn beide haben mit neuen Wegen zur Modelleinstellung im Artikulator zu tun. Ähnlich gut ergänzen sich die Kurse NMD und FB, denn die gefundenen Diagnosen werden gleich mit einfachen Bissbehelfen getestet, wodurch der FB auch eine Extension des NMD ist.

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„NMD“ steht für „Neuromuskuläre Funktionsdiagnostik“. Statt den Blick auf eine postulierte Scharnierachse und ihren Verschiebewinkeln zu begrenzen, wird hier auch dem Umfeld Beachtung geschenkt, in dem der Unterkiefer seine Arbeit verrichtet, der Kopf- und Körperhaltung. Dann gilt es, mögliche Verschiebungen der Bisslage aufzudecken, welche mit Kompensationen, dauerhaft angespannter Kaumuskulatur und komprimierten Kiefergelenken einhergehen.

Die Untersuchung der Kiefergelenke selbst beinhaltet das Verständnis, dass diese Gelenke ihre Form je nach Belastung sehr stark ändern können („Remodeling“) und daher keine konstante Referenz bilden. Hier wollen wir in erster Linie Bewegungseinschränkungen bzw. Blockaden identifizieren, sowie Gelenkkompressionen.

Viel Augenmerk liegt auf der detaillierten Untersuchung der einzelnen Muskeln, denn es gilt, sie in ihrer Funktion und Anspannung zu erfassen und myofasziale Triggerpunkte zu erkennen, welche unmittelbar für CMD-Beschwerden verantwortlich sein können. Schließlich liegt auch der Fokus bei der intraoralen Untersuchung anders als gewöhnlich, wenn es darum geht, weichgewebliche Dysfunktionen zu erkennen, ebenso, wie Verformungen der Zahnbögen, ungünstige Okklusalkontakte, schlicht alles, was Kompensationen bei der Haltung und Bewegung des Unterkiefers notwendig macht.


„PLA“ steht für „Physio-Logische Artikulatorprogrammierung“ und bezeichnet eine Technik der Modellübertragung in den Artikulator unabhängig von einer postulierten Scharnierachse als Referenz. Die Modelleinstellung, oft mit einem Gesichtsbogen, ist heute akzeptierte Routine und wird meist an Hilfspersonal oder das zahntechnische Labor delegiert. Kaum jemand schenkt diesem Vorgang noch einen Gedanken!

Im Grunde „erfand“ man die Scharnierachse aber nur, um eine Referenz für diese Übertragung zu haben. Kaum jemand bewegt seinen Unterkiefer drehend um eine solche Achse und wir müssen den meisten Menschen ihren Unterkiefer verschieben, um sie überhaupt bestimmen zu können! Im Artikulator erfolgen dann vertikale Bewegungen drehend um diese Achse, im Endeffekt also gerade so, wie wir wissen, dass sie im Patienten nicht stattfinden! Langjährige Gewohnheit und auch Mittelwertbögen, welche den Sinn dieser Übertragung verschleiern und als „schon irgendwie richtig" angesehen werden, haben dazu geführt, dass diese merkwürdige Vorgehensweise nicht mehr hinterfragt wird.

PLA steht für eine innovative Technik, bei der es darum geht, die Bewegungsrichtungen im Artikulator mit denen im Patienten gleichzuschalten, auch die vertikalen. Dafür ist ein grundsätzliches Umdenken, eine neue Vorgehensweise und eine andere Referenzebene erforderlich, aber auch bei konventionellem Vorgang lässt sich der Artikulator besser einstellen!


„MYO“ steht für „Myozentrik“. Ursprünglich galt sie für viele lediglich als eine unter vielen möglichen Bisslagen. Aber das Wesentliche an ihr ist, dass ein ganz anderes Funktionsverständnis hinter ihr steht, als das hinter der Gnathologie. Darauf basieren auch viele der Missverständnisse gegenüber der Myozentrik unter den Gnathologen, denn hier geht es um keine Stellung der möglicherweise remodellierten Gelenkkondylen in der Fossa, sondern um die Entlastung der Weichgewebe und der neuromuskulären Steuerung der Unterkieferbewegung.

Die Myozentrik basiert auf der Erkenntnis, dass eine verschobene interkuspidale Position auch eine Verschiebung in der Haltung des Unterkiefers und Kompensationen in dessen Bewegung erforderlich macht. Im Grunde verändert man bei einer Bisseinstellung den Zielpunkt für die Propriozeption und das gesamte Wechselspiel der beteiligten Muskeln beim Halten und Bewegen des Unterkiefers in der Form, dass dieser Punkt, an dem komplex geformte, harte Okklusalkonturen ineinander passen, möglichst punktgenau getroffen wird.

Und so sucht man im Vorfeld einer myozentrischen Bissbestimmung Kompensationen und damit einhergehende chronische Verspannungen in der Muskulatur zu lösen. Und nicht selten bedarf es hierfür der gezielten interdisziplinären Kooperation mit einem kundigen Manualtherapeiten, am besten einem, der sich über spezifische Anforderungen bei der Myozentrik informiert hat.


„SMO“ steht für „Senso-Motorische Okklusion“. Übliche Konzepte zur Okklusionsgestaltung entsprangen Bissnahmetechniken, welche die Retralstellung des Unterkiefers entweder unmittelbar anstrebten, oder zur Referenz nahmen. Die Retrusion als Funktionsbewegung konnte daher jahrelang ignoriert werden und nur wenige Artikulatoren wurden später notdürftig um eine Retrusionsbewegung erweitert.

Die Myozentrik nimmt keinen Bezug auf die Retralstellung von Gelenkkondylen und speziell in solchen Gelenken, die lange Zeit fehlbelastet waren, hat sich die Kondylform meist über die Jahre hinweg deutlich verändert, sodass unnatürlich große retrale Bewegungsräume entstanden. Konventionelle Okklusionskonzepte können dem in der Regel nicht gerecht werden.

Wichtig bei der Gestaltung der Okklusion ist aber vor allem, einen für die Propriozeption unzweideutigen Zielpunkt für die Unterkieferbewegungen zu gestalten, der ohne die Notwendigkeit von Ausweichbewegungen zuverlässig getroffen werden kann, um Kollisionen mit Störkonturen zu vermeiden. Da dies mit hergebrachten Tripod-Konzepten nicht konsistent erreichbar ist, muss die Lage der einzelnen okklusalen Stopps neu überdacht werden und die Gestaltung von Höckerabhängen muss von einem räumlichen Vorstellungsvermögen begleitet sein, bei dem nicht nur von der Retrallage des Unterkiefers ausgegangen wird.

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